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Rettung

Zustand nach der Ausserdienststellung in den 1960er Jahren

 

Es gab zahlreiche Überlegungen, was mit dem Turm geschehen sollte, man sprach von Abriss, Abbau des Oberteils und Aufstellen des Turmes an Land. Erst 1978, als sich Protest regte, setzte sich die Bremische Bürgerschaft einstimmig für den Erhalt des Turmes ein. So wurde der Leuchtturm "Roter Sand" 1982 unter Denkmalschutz gestellt. Im Frühjahr 1984 wurden umfangreiche Untersuchungen über die Standsicherheit des Turmes durchgeführt, um genaue Aufschlüsse über die Sanierungskosten zu erhalten.

 

Nach umfangreichen Bemühungen des Fördervereins und vieler Freunde des Turmes gelang es unter Mithilfe des Bundesverkehrsministers Dr. Dollinger, die Finanzierung für die Sanierung des Turmes zu sichern. Durch die Idee des Dipl.-Ing. Rolf Seedorf vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bremerhaven über den Turm eine Manschette zu stülpen, war es möglich geworden, eine wirtschaftliche Lösung zu finden. Der zerstörte Caissonmantel des Leuchtturmes sollte bis 10 m Tiefe von einem Stahlmantel umgeben werden, der möglichst über den Turm gesetzt wird. Anschließend sollte der Zwischenraum zwischen dem Caisson und dem neuen Mantel mit Beton aufgefüllt werden.

 

Die Finanzierung wurde wie folgt erreicht:

  • 100.000 DM Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand e.V."
  • 700.000 DM Bundesrepublik Deutschland
  • 300.000 DM Land Niedersachsen

 

Zusätzlich stellte der Bund für die langfristige Unterhaltung 500.000 DM zur Verfügung.

 

Bau Manschette - Sicherungsring Bau Manschette - Sicherungsring 2 Bau Manschette - Sicherungsring 3

 

Transport der Manschette

 

Anfang Juni wurden 18 Blechtafeln geformt, die dann anschließend im Kaiserhafen von Bremerhaven zusammengefügt wurden. Am 14.7.1987 verließ der selbstfahrende Ponton der Firma Ludwig Voss Cuxhaven und begann noch am selben Tag mit den vorbereitenden Arbeiten am Leuchtturm Roter Sand. Am 20. Juli waren diese Arbeiten abgeschlossen. Starke Winde verhinderten in den nächsten Monaten den Fortgang der Arbeiten. Erst am 23.9.1987 verließ der Schwimmkran ENAK Bremerhaven, und am 24.9. sollte die Schale über den Turm gesetzt werden, doch auffrischende Winde an diesem Morgen verhinderten wieder einmal die Sanierung des Leuchtturmes. Endlich am 30.9.1987 konnte ein neuer Versuch gewagt werden. Der Schwimmkran verließ um 8.00 Uhr Bremerhaven und erreichte um 11.00 die Baustelle.

 

Um 13.30 Uhr lag ENAK fest an seinen Ankern und hievte den 15,0 x 11,0 x 10,0 m hohen Stahlmantel langsam an und bewegte sich auf den Turm zu. Da noch kein Hochwasser war und die Turmspitze eine noch zu große Höhe hatte, wurde die Schräg- und Höhenlage bis zur äußersten Grenze verbessert. Der Abstand zwischen Turmspitze und der Manschettenunterkante betrug nur 50 cm. Auf dem Turm befand sich der Slcucrmann des ENAK, der die Vorgänge per Funk dirigierte.

 

Transport zum Turm Gleich ist es soweit - kurz vor dem Übersetzen Übersetzen der Manschette
Übersetzen der Manschette 2 Die Manschette ist abgesenkt Die Manschette ist abgesenkt 2

 

Langsam bewegte sich der stählerne Mantel über den Turm, und die Spitze wurde wieder sichtbar. Um 14.20 Uhr senkte sich der Stahlkoloss über den Caisson. Anschließend musste die Schale gegen die See geschützt werden. Am 8. November 1987 wurden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Das Wasser- und Schiffahrtsamt Bremerhaven übergab am 9. Oktober 1987 den Turm an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Zur weiteren Unterhaltung stellte der Bund 500.000 DM zur Verfügung.

 

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Diesen Text finden Sie in gedruckter Form auch in der Broschüre unseres Fördervereins, die Sie bei uns anfordern gegen eine Schutzgebühr von 2,50 Euro anfordern können. Weitere ausführliche Informationen zum Leuchtturm Roter Sand finden Sie in unserem Buch Leuchtturm Roter Sand, dass Sie in unserem Maritimshop erwerben können.