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Roter Sand

Der Rote Sand

 

Der Legende nach gab es einst einen gewaltigen Riesen, der in der Wesermündung lebte und dort Fisch fing. Dieser Riese hieß Rik. Nun gab es noch mehr Riesen in diesen längst vergessenen Tagen und die anderen Riesen waren alles andere als freundlich. Nun überlegte sich Rik, dass er sich ja auch ein bisschen böse geben und die Menschen erschrecken könnte. So handelte er erpresserisch ein Abkommen aus, das ihm künftig einen vollen Magen garantierte: Wenn die Fischer ausfahren wollten, mussten sie im etwas Fleisch geben. Wenn sie von ihrer Reise zurückkamen, mussten sie dem Risen etwas von ihrem Fang abgeben. So lebte Rik dahin, hatte ein bequemes Leben.

 

Doch in einem Frühjahr ging es dem faulen, aber cleveren Riesen an den Kragen. Die Weser, durch Schmelzwasser angefüllt, hatte bei der Porta Westfalica das Wiehengebirge durchbrochen. Die Wassermassen schoben Eisschollen und Geröll mit sich. Und wenn der Riese auch in einer Burg wohnte, das nützte ihm angesichts der Flut, die über ihn hereinbrach, wenig. Schwerfällig und unbeholfen gelang es dem moppeligen Hünen nicht sich zu retten. Eine scharfkantige Eisscholle, schlitze den unglücklichen Kerl auf. Der Riese verblutete. Sein verrinnender Lebenssaft färbte eine Sandbak rot. Die wurde dann in „Roter Sand“ benannt. Dort steht nun der gleichnamige Leuchtturm.

 

Quelle: Sonntagsjournal Bremerhaven vom 24.07.2016